Kleiner Fuchs (Aglais urticae), Konstanz Wallhausen am 19. März 2025

Kleiner Fuchs (Aglais urticae), Konstanz Wallhausen, 19. März 2025

Der Kleine Fuchs (Aglais urticae) gilt bei uns als sehr häufig und ungefährdet. Und doch habe ich ihn, seit ich 2015 mit der Dokumentation meiner Beobachtungen auf den Citizen Science-Portalen von NABU-naturgucker.de und inaturalist.org angefangen habe, erst 48-mal gesehen. Das jährliche Maximum waren gerade einmal 8 Beobachtungen. Dagegen ist der Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni) in dieser Zeit 117-mal so offensichtlich an mir vorbeigezischt, dass ich ihn melden konnte. Auf die etwa dreifache Zahl bringen es bei mir gar die Kohlweißlinge aus der Gattung Pieris.

Da ich zwar sehr häufig, aber nicht systematisch in die Natur und meine bevorzugten Beobachtungsgebiete gehe, verzerrt hier natürlich auch mein Verhalten meine Statistik. Und doch scheine ich mit meinem Eindruck nicht allein zu sein: So hat mir ein Beobachter auf NABU-naturgucker.de geschrieben, dass der Kleine Fuchs in seiner Region einige Jahre fast verschwunden war, nun aber erfreulicherweise wieder zunimmt. Dieser Austausch und die durch so viele Menschen zusammengetragenen Daten sind es, was mich an der Citizen Science fasziniert und motiviert. Schließlich gibt es viel zu wenig finanzielle Mittel und zu wenige Expert*innen, als dass Naturschutz und Forschung auf die Beobachtungsdaten von engagierten Bürger*innen verzichten könnten.

Gerade bei den ersten Schmetterlingen im Frühling können auch jene etwas zum Wissen über das Vorkommen und zeitliche Auftreten von Arten beitragen, die sich (noch) nicht so gut auskennen. Kleiner Fuchs und Zitronenfalter sind recht einfach zu erkennen, und sie erfreuen als Frühlingsboten viele Menschen. Je mehr Daten über sie über lange Zeiträume zur Verfügung stehen, umso besser lassen sich Veränderungen in ihren Populationen und ihrem Verhalten erkennen. Mit dem Wissen der Vielen lässt sich sagen, ob nur ich den Kleinen Fuchs selten sehe oder ob er tatsächlich zumindest regional auf dem Rückzug ist. Parallel kann nach möglichen Ursachen und Maßnahmen zu seinem Schutz und seiner Förderung gesucht werden.

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